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Projekt zur Daten- und Recheninfrastruktur für das Einstein-Teleskop

Ein Konsortium aus 14 Universitäten, Hochschulen und Unternehmen wird neue KI-Modelle und eine leistungsstarke Recheninfrastruktur entwickeln, um das Einstein-Teleskop beim Aufspüren von Gravitationswellen zu unterstützen.

Das ist die Aufgabe der 14 Partner aus Flandern, Wallonien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Interreg-Projekts ETCETERA, das nächstes Jahr unter der Leitung der Universität Hasselt an den Start geht.

Bei der Detektion von Gravitationswellen wird das Einstein-Teleskop enorme Datenmengen generieren. Dabei ist es wichtig, dass diese Datenströme schnell analysiert werden können, da Forschungsentscheidungen darauf basieren.

Schnelle Entscheidungen dank KI

Von der Speicherung und Übertragung all dieser Daten bis hin zu ihrer Analyse: All diese Aspekte werden in diesem Projekt behandelt. Dabei ist Geschwindigkeit entscheidend.

Sobald das Einstein-Teleskop ein Signal für eine mögliche Gravitationswelle erkennt, werden auch konventionelle Teleskope sofort darüber informiert. Nach dem Empfang eines Signals muss nämlich sehr schnell klar sein, ob es sich um eine interessante Beobachtung handelt und aus welcher Richtung sie kommt, um dann auch die konventionellen Teleskope darauf ausrichten zu können. Das sind beispielsweise Licht-, Infrarot- oder Radioteleskope.

Das Einstein-Teleskop ist so leistungsstark, dass es mehr Signale empfangen wird, als aufgrund der begrenzten Computerinfrastruktur sorgfältig analysiert werden können. Die verfügbare Rechenleistung muss daher genutzt werden, um herauszufinden, welche Signale für eine weitere Analyse interessant sind, welche nicht und wo Rechenkapazität verfügbar ist. Um diese Entscheidungen schnell treffen zu können, werden bei ETCETERA KI-Modelle entwickelt. KI wird zudem eingesetzt, um die Berechnungen mit sehr komplexen physikalischen Modellen zu beschleunigen.

Kooperationen mit der Industrie

Im Rahmen von ETCETERA werden 7 Universitäten eng mit 7 Unternehmen zusammenarbeiten. „Die Herausforderungen, die wir mit diesem Projekt angehen wollen, sind einzigartig. Das gesamte Testfeld, das rund um Rechenleistung und KI-Modelle aufgebaut wird, macht es für Technologieunternehmen äußerst interessant, daran mitzuarbeiten. Gemeinsam mit der Industrie werden wir öffentlichen und privaten Organisationen Einblicke geben, wie solche Systeme entwickelt werden können – und zwar auf nachhaltige Weise und in Europa. Denken Sie dabei an Anwendungen in Energienetzen oder in der Raumfahrt, zum Beispiel bei der Steuerung von Satelliten“, sagt Tina Smets, Business Developer an der UHasselt.

Relevant

Das ETCETERA-Projekt startet offiziell am 1. Januar 2027 und wird drei Jahre laufen. „Selbst wenn entschieden würde, dass das Einstein-Teleskop nicht in der Euregio Maas-Rhein gebaut wird, sind das Wissen und die Theorie, die innerhalb des ETCETERA-Konsortiums aufgebaut werden, dennoch relevant“, erklärt Professor Olivier Thas. Er leitet das Projekt vom Data Science Institute der Universität Hasselt aus: „Wir betrachten dieses Projekt daher als einen ersten Schritt: Wir bauen eine Testumgebung für die Datenverarbeitung des Einstein-Teleskops auf, auf der wir und andere Forschungsgruppen noch viele Jahre weiter aufbauen können – die Herausforderungen sind auf jeden Fall groß genug.“

Partner

ETCETERA ist ein Interreg-EMR-Forschungsprojekt unter der Leitung der Universität Hasselt in Zusammenarbeit mit den Partnern KU Leuven, Université Catholique de Louvain, Universität Maastricht, Université de Liège, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Universität Utrecht, Spacebel S.A., Boosting Alpha B.V., B12 Consulting, Deltatec, Dataminded, dataMatters GmbH und Aprico Consultants (Teil von YUMA).

Conny Schneider/Unsplash
Foto: Conny Schneider/Unsplash
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