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Informationsveranstaltungen bringen Unternehmen näher an das Einstein-Teleskop

Unternehmen aus der Euregio Maas-Rhein haben in diesem Jahr dreimal die Gelegenheit, das Einstein-Teleskop aus nächster Nähe kennenzulernen. Bei den ETx Industry Open Industry-Veranstaltungen am 12. Mai, 8. September und 3. November erfahren sie, wie sie sich an diesem internationalen Forschungsprojekt beteiligen können. In einem kleinen Rahmen stehen Begegnung, Inspiration und konkrete Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Ein wachsendes Ökosystem kennenlernen

Die Informationsveranstaltungen finden im ETPathfinder in Maastricht statt, ein Testanlage des Einstein Telescope. An diesem besonderen Ort erhalten die Teilnehmer buchstäblich Einblick in die Technologie, die die Grundlage des Projekts bildet. Das Programm bietet einen kurzen Überblick über das Einstein Telescope-Programm, gefolgt von einer Erkundung laufender und zukünftiger Kooperationen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer bei einem Besuch der Testanlage einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.

Laut Jorik Kreuwels, Business Developer bei LIOF, sind die Veranstaltungen bewusst niederschwellig gestaltet. „Wir möchten Unternehmen schon in einem frühen Stadium einbeziehen und ihnen vermitteln, was das Einstein-Teleskop ist und was es für sie bedeuten kann. Es ist eine Gelegenheit, die Details kennenzulernen und mögliche Anknüpfungspunkte zu entdecken.“

Jorik Kreuwels, © Hugo Thomassen Photographer

Breite Zielgruppe, breite Chancen

Auffällig ist, dass sich die Informationsveranstaltungen nicht nur an Hightech-Unternehmen richten. Natürlich sind Branchen wie Ingenieurwesen, Hightech-Systeme und ICT wichtig, aber die Reichweite ist ausdrücklich breiter. Auch Unternehmen aus den Bereichen Bauwesen, Installationsbranche, Beratung, Nachhaltigkeit, Logistik und Gastgewerbe sind eingeladen.

Die Erfahrungen bei großen Forschungsorganisationen wie dem CERN zeigen, dass die Chancen oft breiter liegen als gedacht“, erklärt Jorik Kreuwels. „Etwa die Hälfte der Aufträge beim CERN hat nicht direkt mit Technologie zu tun, und ein großer Teil geht an KMU. Das bedeutet, dass es Chancen für eine breite und vielfältige Gruppe von Unternehmen gibt, auch außerhalb des traditionellen Hightech-Sektors.“

Dieser breite Ansatz passt zum Ziel des Einstein-Teleskops: den Aufbau eines Ökosystems, in dem Technologie, Infrastruktur und Dienstleistungen zusammenkommen.

Verbindung über Grenzen hinweg

Die Informationsveranstaltungen richten sich an Unternehmen aus der gesamten Euregio Maas-Rhein: den südlichen Niederlanden, Belgisch-Limburg, der Provinz Lüttich und der Region Aachen. Diese Grenzregion ist der geplante Standort für das Einstein-Teleskop und spielt damit eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Ökosystems.

Während der Veranstaltungen wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aktiv gefördert; aufgrund des internationalen Charakters finden die Veranstaltungen auf Englisch statt. Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen treffen sich, tauschen Ideen aus und erkunden gemeinsame Chancen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ein Kernprinzip dieses Projekts“, sagt Jorik Kreuwels. „Indem wir bereits jetzt Verbindungen knüpfen, stärken wir die Basis für zukünftige gemeinsame Projekte.“

Von Technologie bis Finanzierung

Die Nachmittage bieten mehr als nur Inspiration. Die Teilnehmer erhalten auch Einblick in konkrete Möglichkeiten, sich einzubringen. So werden Finanzierungsmöglichkeiten wie die Interreg-Fördermittel COMET und STIPP ausführlich behandelt.

Darüber hinaus werden Beispiele bestehender Projekte und Anwendungen vorgestellt. Das hilft Unternehmen, sich ein Bild von ihrer möglichen Rolle innerhalb des Ökosystems zu machen.

Auch technologisch wird ein kleiner Einblick gewährt. Man denke an hochpräzise Messtechnik, vibrationsfreie und unterirdische Konstruktionen, kryogene, also extrem kalte Systeme und groß angelegte Datenverarbeitung. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass diese Innovationen oft breiter einsetzbar sind.

Gerade diese gegenseitige Befruchtung macht es interessant“, so Jorik Kreuwels. „Technologie, die für das Einstein-Teleskop entwickelt wird, kann auch anderswo Wirkung zeigen und eingesetzt werden.“

Mit einem sich schnell entwickelnden Projekt Schritt halten

Die Entscheidung, über das Jahr verteilt drei Informationsveranstaltungen zu organisieren, wurde bewusst getroffen. Das Projekt rund um das Einstein-Teleskop entwickelt sich rasant, wobei neue Erkenntnisse und Ergebnisse schnell aufeinander folgen.

Im Jahr 2026 arbeiten wir auf das Bidbook hin, aber es werden auch viele Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie verfügbar sein“, erklärt Jorik Kreuwels. „Außerdem erwarten wir mehr Klarheit beispielsweise über die Standortwahl des Einstein-Teleskops in der Euregio. Jede Veranstaltung bietet also aktuelle Updates. Gleichzeitig gibt dies den Unternehmen Flexibilität: Sie können zu einem Zeitpunkt teilnehmen, der für sie passt.“

Persönlich und interaktiv

Mit maximal 25 Teilnehmern pro Sitzung bleibt der Rahmen bewusst klein gehalten. Das bietet Raum für Fragen, Austausch und persönliche Gespräche. Der Standort beim ETpathfinder verstärkt diesen Effekt: Er macht die Ambitionen des Einstein-Teleskops greifbar und konkret.

Für Unternehmen, die erkunden möchten, wo ihre Chancen liegen, sind die Informationsveranstaltungen möglicherweise ein erster Schritt in einem größeren Prozess.

Gemeinsam an der Zukunft bauen

Mit dieser Veranstaltungsreihe entsteht Schritt für Schritt ein starkes und vielfältiges Ökosystem rund um das Einstein-Teleskop. Indem Unternehmen frühzeitig einbezogen und aktiv miteinander vernetzt werden, entsteht ein Netzwerk, das für die nächste Phase des Projekts bereit ist.

Die Botschaft ist klar: Wer jetzt mitmacht, baut an einem bahnbrechenden Projekt mit – und an neuen Chancen für die Region.

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