Roman über das Einstein-Teleskop inspiriert Leser und Gespräche
Die erste Auflage war schnell ausverkauft, eine zweite Auflage folgte. Mit Liebe im Licht des Einstein-Teleskops hat der Schriftsteller und Philosoph Govert Derix nicht nur Leser erreicht, sondern auch neue Gespräche über Wissenschaft, Vorstellungskraft und die menschliche Seite des Einstein-Teleskops angestoßen.
Eine vielschichtige Geschichte
Dass die erste Auflage inzwischen ausverkauft war und eine zweite Auflage notwendig wurde, überraschte Govert Derix. „Wir haben dafür eigentlich nichts Besonderes getan“, sagt er. „Aber das Buch hat offenbar etwas berührt.“ Seit dem Erscheinen seines Romans erhält er viele Reaktionen von Lesern. Was ihm auffällt, ist, wie unterschiedlich die Menschen das Buch erleben. „Manche lesen es als Liebesgeschichte, andere als philosophischen Roman. Wieder andere erkennen politische, ökologische oder sogar religiöse Themen.“
„Das Einstein-Teleskop ist im Buch eine metaphorische Linse“, fährt Govert Derix fort. „Eine Art, das Leben zu betrachten. Dadurch kommen allerlei Aspekte zusammen, die die Menschen wiedererkennen.“ Gerade dieser vielschichtige Charakter macht die Geschichte so ansprechend. Das Buch verbindet komplexe Wissenschaft mit ganz menschlichen Fragen über Liebe, Ethik, Vorstellungskraft und unseren Platz im Universum.
Ein zusätzlicher Außenbordmotor
Der Kontrast zum Schreibprozess ist groß. Derix schrieb den Roman größtenteils in Isolation, ohne zu wissen, welche Reise das Buch später antreten würde. „Es ist zu einem zusätzlichen kleinen Außenbordmotor geworden“, sagt er. Für das Projekt und für Govert Derix selbst. Es bescherte ihm viele neue Begegnungen. „Ich durfte die Eröffnung der Einstein-Akademie an der Zuyd Hogeschool in Heerlen mitgestalten, nahm an einer Ausstellung über das Einstein-Teleskop in Flandern teil und besuchte die Freie Universität Brüssel, wo mich ein Reporter herausforderte, in seinem Video in acht Minuten zu erklären, was das Einstein-Teleskop ist.“
Wissenschaft erfordert auch Vorstellungskraft
Laut Govert Derix zeigt das Buch eine andere Seite des Einstein-Teleskops. Große wissenschaftliche Projekte werden oft unter dem Gesichtspunkt von Technik, Investitionen und politischer Entscheidungsfindung diskutiert. Das sei wichtig, sagt er, aber nicht die ganze Geschichte.
„Wer schreibt schon eine Liebesgeschichte über das Einstein-Teleskop?“, sagt er lachend. „Vielleicht denken manche Leute zunächst: Was soll mir das bringen? Aber gerade dadurch entsteht eine andere Sichtweise. Das höre ich auch von Lesern.“ Dieser Gedanke stand im Mittelpunkt seines Vortrags zum Auftakt der Einstein Academy, bei dem er über Führung und Vorstellungskraft sprach.
„Vielleicht sollten wir nicht nur die Wissenschaft rund um das Einstein-Teleskop in den Mittelpunkt stellen, sondern auch die Vorstellungskraft“, sagt er. „Bei der Wissenschaft geht es nicht nur um Zahlen oder Politik. Es geht auch um Liebe. Liebe zum Wissen, zur Entdeckung, zum Leben.“
Für Govert Derix gehören Neugier und Freude untrennbar zur Wissenschaft. „Wenn man etwas wirklich versteht, bereitet das Freude. Vielleicht haben Wissenschaft, Leidenschaft und Liebe viel mehr miteinander zu tun, als wir manchmal denken.“
Komplexe Fragen greifbar machen
Unter der Oberfläche des Einstein-Teleskops verbergen sich laut Govert Derix große ethische und gesellschaftliche Fragen. Was bedeutet Grundlagenforschung für die Gesellschaft? In welchem Verhältnis stehen Technologie und menschliche Werte zueinander?
Sein Roman versucht, diese Themen durch gewöhnliche Menschen und wiedererkennbare Emotionen greifbar zu machen. „Das spricht die Leser an“, bemerkt er. „Man verbindet komplexe Sachverhalte mit menschlichen Geschichten.“ Und genau darin sieht er den Mehrwert des Buches für das Projekt. „Für die wissenschaftliche Geschichte ist mein Buch vielleicht ein Dessert“, sagt er. „Aber es ist auch mehr als das.“
Weiterhin einen Beitrag leisten
Ob es eine Übersetzung geben wird, ist noch offen. Man denkt darüber nach, aber konkrete Pläne gibt es noch nicht. Vorerst überwiegt vor allem das Staunen darüber, was das Buch in Bewegung gesetzt hat.
Seine Hoffnung ist, dass die Geschichte weiterhin das tut, was sie bereits tut: Menschen dazu einladen, die Dinge anders zu betrachten. „Ich hoffe, dass das Buch weiterhin dazu beiträgt, auch das Einstein-Teleskop auf eine andere Art und Weise zu betrachten.“


