SCOPE startet den Aufbau nachhaltiger Computing-Lösungen für das Einstein-Teleskop
Das Projekt SCOPE (Sustainable Computing Prototype for the Einstein Telescope) ist am Dienstag, den 7. Juli 2026, offiziell gestartet und markiert den Beginn einer dreijährigen Zusammenarbeit bis Juni 2029. Mit einem Gesamtbudget von 5,2 Millionen Euro, das zu 60 % durch Interreg Maas-Rhein kofinanziert wird, bringt SCOPE ein euregionales Konsortium zusammen, bestehend aus der RWTH Aachen University, der Universität Lüttich (ULiège), der Universität Maastricht, der Universität Hasselt (UHasselt),dem Forschungszentrum Jülich, sowie H2ALL, Voyex, Ecoclean, CE+T und Keyes.

Das Projekt widmet sich einer der großen Herausforderungen des zukünftigen Einstein-Teleskops: der nachhaltigen Verarbeitung der enormen Datenmengen, die durch seine hochentwickelten Instrumente und Infrastrukturen erzeugt werden. Da das Einstein-Teleskop beispiellose Mengen wissenschaftlicher Daten liefern wird, sind leistungsfähige Recheninfrastrukturen erforderlich, um diese Daten effizient zu analysieren und gleichzeitig den Energieverbrauch sowie die Umweltbelastung zu begrenzen.
“Breathing Computing”
SCOPE zielt darauf ab, ein realistisches, skalierbares und nachhaltiges Computing-Konzept zu demonstrieren, indem ein intelligentes Energiesystem, „Breathing Computing“ zur Anpassung der Rechenlasten an die Energieverfügbarkeit, eine effiziente Kühlung sowie die Nutzung der von IT-Komponenten erzeugten Wärme integriert werden.
Die zentrale Innovation des Projekts liegt in der Kombination von Energie- und Recheninfrastrukturen in einem einzigen intelligenten System, das erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik und Windenergie mit Speicherlösungen auf Basis von Batterien und Wasserstoff verbindet. Dieser Ansatz ermöglicht eine optimierte Ressourcennutzung, verbessert die Gesamtnachhaltigkeit des Systems und entwickelt Lösungen, die auch in anderen energieintensiven Computing-Umgebungen. Sogar mögliche Anwendungen in anderen Energie intensiven Industrien abseits von Rechenzentren werden untersucht.
Zur Erreichung dieser Ziele wird SCOPE einen vollständigen Digital Twin zusammen mit Hardware-in-the-Loop-Simulationen entwickeln und validieren, die IT-Infrastruktur planen, aufbauen und optimieren, das elektrische Subsystem einschließlich Sicherheit, Steuerung und Monitoring entwerfen und implementieren sowie alle Komponenten in einem gemeinsamen Container mit vollständiger Kühlungs- und Softwareintegration zusammenführen.

Die ersten sechs Monate des Projekts, von Juli 2026 bis Januar 2027, sind der Planung gewidmet, bevor die Vormontage beginnt. Obwohl die Finanzierung des Projekts im Juni 2029 endet, wird der Prototyp anschließend am Forschungszentrum Jülich weiterbetrieben und als langfristige Plattform für Forschung, Innovation und technologische Validierung dienen.
Mehrere öffentliche Aktivitäten sind bereits geplant, darunter die offizielle Inbetriebnahme des Prototyps sowie Stakeholder-Workshops zum Technologietransfer.
Dieses Projekt ergänzt andere Initiativen wie ETCETERA, ein weiteres durch Interreg gefördertes Projekt zur Entwicklung von Datenverarbeitungslösungen, KI-Modellen und Recheninfrastrukturen für das Einstein-Teleskop. Während ETCETERA sich auf die Optimierung der Datenanalyse und schnelle wissenschaftliche Entscheidungsprozesse konzentriert, adressiert SCOPE die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz der zugrunde liegenden Recheninfrastruktur, die erforderlich ist, um diese zukünftigen Rechenanforderungen zu unterstützen.


