Die Hochschulbildung in der Euregio Maas-Rhein festigt ihr grenzüberschreitendes Netzwerk
Elf Einrichtungen der höheren Berufsbildung im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland haben vereinbart, das Studium sowie grenzüberschreitende Erfahrungen weiter zu erleichtern. Zu diesem Zweck haben sie im Rahmen der internationalen OECD-Konferenz in Maastricht eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Konkret bedeutet dies, dass Studierende künftig die Möglichkeit haben, Teile ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren und praktische Erfahrungen jenseits der Grenze zu sammeln.
Mit dieser nun unterzeichneten Kooperationsvereinbarung bündeln die Katholische Hochschule NRW, die FH Aachen, die Autonome Hochschule Ostbelgien, die Haute École de la Province de Liège (HEPL), die Haute École Charlemagne (HECh), die Haute École de la Ville de Liège (HEL), die Haute École Libre Mosane (HELMo), Zuyd Hogeschool, Fontys, Hogeschool PXL, sowie UCLL ihre Kräfte, um Lehre und Forschung in der Grenzregion weiter zu öffnen.

© Aron Nijs

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Fokus auf das Einstein-Teleskop
Obwohl dies verschiedene Sektoren betrifft, kann die Entwicklung dieser trinationalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nicht vom Einstein-Teleskop getrennt betrachtet werden, ebenso wenig wie vom allgemeinen Bedarf an jungen Menschen, die in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen ausgebildet werden.
Mehr als nur ein Zeichen des Interesses
Diese Unterzeichnung steht im Einklang mit den Zielen des politischen Rahmens „Arbeiten an einer resilienten Wirtschaft“, in dem trinationale Bildung ausdrücklich als Säule für den Aufbau einer nachhaltigen Bildungsinfrastruktur genannt wird. Zur Erinnerung: Im März 2025 hatten bereits fünf Universitäten der Euregio Maas-Rhein eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung unter dem Titel „The Art of Working Together“ unterzeichnet, darunter die Universität Lüttich, die Universität Maastricht, die Universität Hasselt, die RWTH Aachen University und die Open Universiteit.

Wie Elianne Demollin-Schneiders, Provinzabgeordnete für Bildung und Arbeitsmarkt, betonte, stellt diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit „weit mehr als eine formelle Vereinbarung“ dar und zielt darauf ab, „die Grenzen tatsächlich für Lernen, Arbeiten und Innovation zu öffnen“.
So wurde im Rahmen der Gründung der Einstein Academy – der Zusammenarbeit zwischen dem Sekundar- und dem höheren Berufsbildungsbereich in der niederländischen Provinz Limburg – die Tür ausdrücklich für die höhere Berufsbildung in der Euregio geöffnet, was auf großes Interesse in Belgien und Nordrhein-Westfalen gestoßen ist.
Künftige Praktika und Zusammenarbeit
Die nun beschlossene Kooperation soll es Studierenden ermöglichen, ohne Hindernisse über Grenzen hinweg zu studieren, Praktika zu absolvieren oder an internationalen Forschungsprojekten teilzunehmen. In den kommenden Monaten werden die Einrichtungen prüfen, wie der Austausch von Studierenden und Lehrenden intensiviert werden kann, ebenso wie die Entwicklung gemeinsamer Studiengänge, Minor-Programme sowie Forschungs- und Austauschprogramme.
Auch sollen engere Verbindungen zu regionalen Unternehmen und gesellschaftlichen Partnern aufgebaut werden. Dies stärkt das Netzwerk, erhöht die Clusterchancen, fördert Innovation und verschafft sowohl Arbeitgebern als auch Studierenden Zugang zu mehr Möglichkeiten. Darüber hinaus trägt es zur Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte bei und begegnet aktuellen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel.
Um die regionale Bedeutung dieser Initiative zu unterstreichen, haben der Zweckverband Region Aachen, die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die niederländische Provinz Limburg, die Provinz Lüttich sowie die belgische Provinz Limburg eine Unterstützungserklärung unterzeichnet. Gleichzeitig haben auch die euregionalen Arbeitgeberverbände eine entsprechende Erklärung abgegeben.
OECD-Konferenz
Die Unterzeichnung dieser Kooperationsvereinbarung fand im Rahmen der internationalen OECD-Konferenz „Global Forum on Local Development“ statt, die am Donnerstag, den 28. Mai, in Maastricht eröffnet wurde. Mehr als tausend politische Entscheidungsträger, Forschende und Expertinnen und Experten aus Dutzenden Ländern kamen in einer Region zusammen, in der grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelebte Praxis ist.
Während der Konferenz galt zudem besondere Aufmerksamkeit dem Einstein-Teleskop, unter anderem durch Besuche des ETPathfinder in Maastricht und des Einstein Telescope Education Centre (ETEC), das dem Discovery Museum in Kerkrade angeschlossen ist, sowie durch eine Präsentation des ET-CRISTAL-Labors von Professor Christophe Collette (ULiège). Im Laufe des Tages fanden zudem Pitches statt, und ein Stand war im Konferenzsaal des MECC in Maastricht vertreten.




