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Interessante Gespräche bei acht Informationsveranstaltungen

Unter dem Motto „Hast du eine Frage? Komm doch einfach mal vorbei!“ organisierte das Projektbüro im Mai und Juni acht Informationsveranstaltungen für Anwohner des Suchgebiets des Einstein-Teleskops. Es war nicht viel los, aber es kam zu interessanten Gesprächen.

Eine Frau war sehr kreativ und innovativ vorgegangen: Mithilfe von KI (künstlicher Intelligenz) hatte sie die vierzehn Standorte aufgelistet, an denen das Projektbüro in den Jahren 2024, 2025 und in diesem Jahr Tiefbohrungen durchgeführt hatte. Anschließend fragte sie die KI, wo logischerweise das unterirdische Dreieck gebaut werden sollte.

Die Antwort der KI konnte das Projektbüro nicht bestätigen: Der Standort für das unterirdische Dreieck steht noch nicht fest. Derzeit läuft noch eine passive seismische Untersuchung, und es folgt noch eine aktive seismische Untersuchung. Die Ergebnisse beider Untersuchungen spielen bei der endgültigen Entscheidung noch eine Rolle.

Zudem: Die Tiefenbohrungen, die seismischen Untersuchungen und die hydrologischen Untersuchungen im Suchgebiet bestimmen zwar aus unterirdischer Perspektive, welcher Standort der beste ist, berücksichtigen jedoch nicht, was oberirdisch wichtig ist. Natura-2000-Gebiete zum Beispiel. Oder die logistischen Möglichkeiten für den Abtransport von Aushub und die Anlieferung von Materialien. Oder die Vereinbarung mit dem Landschaftspark Bocageland, die Landschaft nach dem Bau des Einstein-Teleskops in einem besseren Zustand zu hinterlassen, als wir sie derzeit vorfinden. Kurz gesagt: AI hatte all diese Puzzleteile noch nicht ganz im Blick.

Enkelkinder

Die Dame war zu der Informationsveranstaltung gekommen, weil sie sich sehr für das Einstein-Teleskop interessiert. Für die Wissenschaft dahinter. Und weil dieses Teleskop ihren Enkelkindern später vielleicht einen Arbeitsplatz bieten könnte. Aber ihr Kommen hatte auch mit Besorgnis zu tun. Ihr KI-Experiment ergab nämlich als Ergebnis einen unterirdischen Eckpunkt in der Nähe ihres eigenen Wohnortes. Die Option, nicht direkt an dieser Stelle, sondern in einer schrägen Bahn aus anderthalb Kilometern Entfernung zu graben, konnte sie nicht ganz beruhigen. Erst sehen, dann glauben.

Interesse

Bei den acht Informationsveranstaltungen in Banholt, Aubel, Welkenraedt, Vijlen, Herve, Voeren, Epen und Plombières herrschte kein großer Andrang. Hin und wieder schaute der Bürgermeister kurz vorbei, manchmal auch ein oder mehrere Beigeordnete. Mal gab es ein Gruppengespräch, manchmal nur ein Einwohner mit einer Frage, dann wieder zehn Personen. An einem Ort hat der regionale Sender einen netten Beitrag darüber gemacht. Haben wir zu wenig Werbung gemacht? Oder war das Interesse zu gering, weil wir in den Ankündigungen erwähnt hatten, dass die Veranstaltung für Fragen gedacht war, es aber keine „Neuigkeiten“ zum Standort des Einstein-Teleskops zu berichten gäbe?

Auswirkungen

Ein roter Faden, der sich durch alle Informationsveranstaltungen zog, waren die Auswirkungen der Bauphase, die sich bald über acht Jahre erstrecken wird. Was wird das alles für die Region bedeuten? Die Bemühungen, Boden und Materialien so weit wie möglich wiederzuverwenden oder per Bahn abzutransportieren – weil das nachhaltiger ist und weniger Lkw bedeutet –, werden geschätzt. Absolut, aber wie viele Lkw müssen dann doch noch fahren? Und wo? Werden dafür später separate Straßen benötigt? Das sind alles äußerst relevante Fragen, auf die es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine pauschale Antwort gibt. Denn diese Antworten hängen von der Standortwahl, der Gesamtdurchführbarkeit sowie von der endgültigen Standortentscheidung zwischen unserer Region (Euregio Maas-Rhein) und der Konkurrenz aus Sardinien und Sachsen ab. Nicht jeder war mit dieser Antwort zufrieden. Eine Frau formulierte es als Warnung: Wenn hier bald den ganzen Tag über Lkw durch das Dorf fahren, werden wir uns alle auf die Straße setzen … Woraufhin eine andere Besucherin beruhigend anmerkte, dass die Frau es nicht so böse gemeint habe, wie es klang.

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