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ETpathfinder und E-TEST begrüßen ausländisches Interesse am Einstein-Teleskop

Welche Möglichkeiten bietet das Einstein-Teleskop europäischen Forschenden und Unternehmen? Vertreter:innen des französischen Ministeriums für Hochschulbildung, Forschung und Innovation besuchten Lüttich und Maastricht, um sich zu informieren.

Das Einstein-Teleskop ist ein weltweit einzigartiges wissenschaftliches Projekt, das tief im Erdboden Gravitationswellen mit beispielloser Präzision messen kann. Dies wird neue Einblicke in das Universum und das Leben auf der Erde bringen, und wird von großer Bedeutung für die Wirtschaft, für Innovationen in der Gesellschaft und für die Arbeitsplätze von Wissenschaftler:innen und Fachleuten sein.

Es ist also kein Wunder, dass Belgien, Deutschland und die Niederlande hoffen, diese unterirdische Forschungsanlage im Grenzgebiet Euregio Maas-Rhein zu realisieren. Neben der Euregio Maas-Rhein gilt die italienische Insel Sardinien als möglicher Standort für das Einstein-Teleskop. Die Entscheidung über den Standort des Superteleskops wird erst 2026 von allen am Projekt beteiligten Ländern getroffen.

Um das Einstein-Teleskop in die Euregio Maas-Rhein zu bringen, sind bereits viele Vorbereitungen gestartet. Es gibt ein großes Interesse daran. Am 1. und 2. Februar waren drei Expert:innen des französischen Ministeriums für Hochschulbildung und Forschung (MESR) in Lüttich und Maastricht zu Gast, um sich über das Einstein-Teleskop-Projekt auszutauschen und über die Bewerbung der Euregio Maas-Rhein zu sprechen. Die Fragen, die diskutiert wurden, waren: wie ist das Projekt organisiert, wie funktioniert Entscheidungsfindung und wie können sich Forschende beteiligen? Und welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen, mit Spitzentechnologie einen Beitrag zu leisten?

Die Konstruktion des Teleskops erfordert eine Menge Spitzentechnologie, die es oft noch nicht gibt: beispielsweise Laser, Spiegel und Technik für extrem niedrige Temperaturen. Außerdem müssen die Bedingungen für störungsfreie Messungen perfekt sein. So müssen die Tunnel perfekt angelegt werden, und Luftdruck und -feuchtigkeit in diesen Tunneln müssen genau richtig sein. Es ist eine große technische Herausforderung.

„Wir haben uns viel mit den zahlreichen Akteuren dieses komplexen Projekts, das von der Euregio Maas-Rhein unterstützt wird, ausgetauscht und waren von ihrer Dynamik und ihrem Enthusiasmus beeindruckt“, betont Frédéric Ravel, Direktor des Sektors Energie, nachhaltige Entwicklung, Chemie und Verfahren des MESR.

Jean-Luc Biarrotte, wissenschaftlicher Berater für Forschungsinfrastrukturen, freute sich seinerseits über die Feststellung, dass „der starke europäische Elan für Gravitationswellen, der bereits durch EGO-Virgo solide konkretisiert wurde, nicht nachlässt und sehr vielversprechend für die nächsten Jahrzehnte ist“.

„Der Besuch der Labore, die Vorreiterprojekte wie ET Pathfinder und E-test durchführen, war sehr interessant und hat uns die Möglichkeit gegeben, konkrete wissenschaftliche und technologische Fortschritte zu messen“, fügte Susanna Gota-Goldmann, stellvertretende Leiterin der Abteilung für große Forschungsinfrastrukturen, hinzu.

Während ihres Besuchs besuchte die französische Delegation die internationale Testanlage ETpathfinder in Maastricht und das Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt an der Universität Lüttich und das Unternehmen Amos, wo Technologie für das Einstein-Teleskop entwickelt wird. Sie sprachen auch mit Vertreter:innen des Landes Nordrhein-Westfalen, das neben Belgien Partner des EMR-Kandidaten ist. Regionale Investmentgesellschaften sprachen schließlich über das wachsende Netzwerk von Unternehmen, die Technologie für die Forschungseinrichtung entwickeln.

„Wir bemerken, dass das Einstein-Teleskop und seine Spitzentechnologie die Fantasie ansprechen, es gibt viel Begeisterung und viel Wissen in dieser Region“, sagt Martijn Poel, MT-Mitglied bei der Direktion für Forschung und Wissenschaft des niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft. „Bei diesem Besuch ging es um den gemeinsamen Ansatz aller Forschungsinstitute, Unternehmen und Regierungen in der Region für eine Kandidatur. Andere Länder sind herzlich willkommen, mit uns an diesem internationalen Projekt zu arbeiten.“

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